Warum mich das Buch „The 4-Hour-Workweek“ begeistert…
Montag, den 28. Januar 2008Super Idee, Karsten, dass Du den Gedanken der 4-Stunden-Arbeitswoche für den deutschsprachigen Raum aufgreifst. Ich denke, das ist grundsätzlich ein ganz wichtiges Thema für unsere Zeit. Zum einen treffe ich immer wieder auf Menschen, die sich auch zu dem Thema „Arbeit“ Gedanken machen.
Zum anderen ist meine persönliche Erfahrung, dass in Deutschland „nur“ derjenige etwas wert ist und angesehen wird, der auch hart und viel arbeitet. Was er dafür aber aufgibt, darunter leidet oder krank wird, interessiert niemanden. Man ist als Arbeitnehmer so austauschbar und nur ein Rädchen im Getriebe.
Selbst die eigenen Eltern haben oft kein Verständnis und „neiden“ es, wenn man mehrmals im Jahr verreist und kommen mit den alten Sprüchen wie „man muss hart arbeiten“ oder „das Leben ist kein Spaß“. Und ich meine, dass viele der Elterngeneration zu den „Verschiebern“ gehören, wie Ferris diejenigen bezeichnet, die erst hart arbeiten und dann wenn sie im Ruhestand sind verreisen – oder auch nicht.
Während eines studentischen Praktikums vor zehn Jahren bei einem großen deutschen Chemiekonzern war das in der Marketingabteilung ganz extrem. Die Schönlinge unter den Angestellten waren diejenigen, die am spätesten kamen, aber am längsten blieben. Ich hatte damals einen Lauftreff gefunden, sodass ich dreimal die Woche vor 18 Uhr das Büro verließ. Hinter meinem Rücken hieß es dann, ich würde nichts schaffen. Nur tranken die Herren den halben Tag Kaffee, lasen Zeitung und tratschten über ihre weiblichen Kolleginnen. Diese Erfahrung hat mich damals schon stutzig gemacht, ob ein Angestelltendasein denn etwas für mich sei.
Nach dem Studium stieg ich dann als Angestellte in einer Art Behörde ein. Die Stimmung war eher angespannt, viel Druck und mein direkter Vorgesetzter definierte sich nur über die Arbeit. Ehe und Haus hatte er bereit verloren. Er wollte von mir gelobt und bewundert werden, wenn er bis Mitternacht und am Wochenende gearbeitet hat. Mich hat das so angewidert, dass mein Zeitkonto stets auf +/- Null stand. Nach zwei Jahren und vier Monaten, die mich viel Nerven kosteten und ich die unmöglichsten Erkrankungen hatte, schmiss ich den Kram hin und kündigte. Daraufhin war mir klar, dass für mich nur die Selbstständigkeit in Frage kommt.
Aber auch hier gibt es vor allem am Anfang die Phasen, dass man täglich 10 Stunden oder mehr am Tag arbeitet. Weil man das Unternehmen erst aufbauen muss, weil man Geld verdienen will, weil das Gewissen sagt, dass man jetzt erst recht ran muss, Druck und Erwartungen von außen. Und die eigene Motivation ist natürlich auch sehr hoch.
So war es auch bei mir. Neben der Motivation waren die Erwartungen, die ich an mich hatte und der Druck, der schon seit meiner Kindheit an mir haftet, waren immer präsent. Aber je mehr ich mich in meine Arbeit „verbiss“, je krampfhafter ich an etwas festhielt oder es wollte, desto geringer war mein Erfolg.
Und irgendwann kommt man dann früher oder später an einen Punkt oder ein Ereignis, dass einen zum Nachdenken bringt. So war es im Frühjahr 2007 bei mir, als ich im Frühjahr mit einem Burnout „zusammenbrach.“ Erst ab diesem Zeitpunkt begann ich mir ernsthaft und dauerhaft Gedanken zu machen, wie ich mir mein Leben vorstelle, was ich wie verändern will. Und mir war u.a. klar, dass ich weniger arbeiten will.
Ende 2007 stieß ich auf das Buch „The 4-Hour-Workweek“ von Tim Ferriss und der Veränderungsprozess ist weiter in Gange. So viel vorab: Das Buch liefert auf jeden Fall Anregungen und Ansätze, den eigenen Lebensstil zu überdenken und zu verändern. Wie sich eine Veränderung umsetzen lässt, ist ganz individuell
Auf evomend.net gibt Rolf F. Katzenberger, so finde ich, in fünf Lektionen einen guten Überblick über das Buch von Tim Ferriss. Auch wer es (noch) nicht gelesen hat, kann die vier Schritte des DEAL zum neuen Lebensstil nachvollziehen (DEAL = Definition, Eliminierung, Automatisierung, Befreiung).
Die vier Schritte werde ich in Kürze aufgreifen und meine persönlichen Gedanken und Erfahrungen dazu einbringen.
Welche Erfahrungen in der Arbeitswelt habt Ihr gemacht? Habt Ihr das Buch schon gelesen?
Freue mich über Eure Beiträge.
Viele Grüße,
Claudia
