Monatsarchiv für Februar 2008

4-Stunden-Woche jetzt auf deutsch (Tim Ferriss)

Freitag, den 29. Februar 2008

Endlich erscheit das Buch “The 4-Hour Workweek” auf deutsch: “Die 4-Stunden-Woche. Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben” ist als gebundene Ausgabe von Timothy Ferriss ab sofort bei Amazon erhältlich (Vorbestellung).

So hilft mir das Pareto-Prinzip und das Parkinsonsche Gesetz

Samstag, den 23. Februar 2008

Der zweite Schritt in Tim Ferris Stufenplan ist die „Eliminierung“. Kurz gesagt geht es darum, nur noch die Dinge zu tun, die zielführend sind. Hinderliche Störfaktoren sollen ausgeschaltet werden.

Um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren rät er: Zeitmanagement abschaffen, Informationsdiät einführen und Unterbrechungen unterbrechen.

Was sich genau dahinter verbirgt und meine persönlichen Erfahrungen dazu werde ich im Folgenden darstellen.

a) Das Ende des Zeitmanagements

Hierbei geht es darum das Zeitmanagement zu überdenken. In der heutigen Zeit wird unter Zeitmanagement häufig verstanden, dass noch mehr Dinge in einem Zeitfenster erledigt werden sollen, egal ob sie zielführend sind oder nicht.

Aber tatsächlich geht es darum, „effektiv“ zu arbeiten, also nur das zu tun, was zur Zielerreichung beiträgt.

Wenn man in einen Buchladen geht, gibt es ganze Bücherreihen über Zeitmanagement, Seminare werden angeboten sowie eine Auswahl an Timern. Aber meist geht es eben darum, wie man die Arbeit noch besser plant, strukturiert… ob sie sinnvoll ist, bleibt auf der Strecke.

Tim Ferriss greift Techniken auf, wie man lernt effektiv zu arbeiten:

  • Anwendung des Pareto-Prinzips:

Welche 20 % der Ursache führen zu 80 % des gewünschten Outputs? Ziel ist also mit minimalem Aufwand den maximalen Output (Einkommen) zu erreichen.

Ich denke, man sollte sich immer wieder sein Ziel, seine Vision vor Augen führen und sich fragen, ob das, was man tut dafür auch förderlich ist.

  • Nutzen Sie das Parkinsonsche Gesetz:

Ferriss empfiehlt, das Zeitfenster, dass für eine bestimmte Arbeit zur Verfügung steht, enger zu fassen, als vorgegeben ist. Der Effekt ist, dass die Ergebnisse unter einem leichten Druck sogar besser ausfallen.

Die zielgerichtete Arbeit (Pareto-Prinzip) soll man dann laut Ferriss mit dem Parkinsonschen Gesetz verknüpfen. Also die zielführenden Tätigkeiten in ein enges Zeitfenster packen und erledigen.

Zur Überprüfung der Tätigkeiten empfiehlt Tim Ferriss, sich mindestens dreimal täglich diese Fragen zu stellen:

Bin ich produktiv oder nur aktiv?
Denke ich mir Dinge aus, nur um dem Wichtigen aus dem Weg zu gehen?

Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, was auch wissenschaftlich immer wieder belegt wurde. Je länger man arbeitet, desto mehr nimmt der Output ab. Als ich z. B. noch angestellt war, habe ich mir morgens überlegt, wie langsam ich arbeiten muss, um den Tag rumzubringen. Erschreckend oder?

Oder während des Studiums saß ich stundenlang am Schreibtisch, am besten ohne Pause. Irgendwann ging nichts mehr, aber das schlechte Gewissen plagte mich. Ich hätte noch nicht genug gemacht. Das ist einer der alten Glaubenssätze, die wir in unserer Entwicklung immer wieder von den Erwachsenen gehört haben.

Und wie schon oben geschrieben ist es in so manchen Firmen leider immer noch so, dass man als Mitarbeiter nach der Anzahl an Stunden, die man am Arbeitsplatz verbringt, beurteilt wird.

So war es damals. Heute habe ich es als Selbstständige einfacher und auch die alten Denkmuster ersetzt. Ich gestalte mir den Tag selbst. Wenn die Arbeit gemacht ist, kann ich mich meinen Freizeitaktivitäten etc. widmen. Ich selbst bestimme, was ich erreichen und wie viele Stunden pro Tag ich dafür arbeiten möchte und auch, wann. Wenn dann noch spontan ein Auftrag kommt, wird er selbstverständlich abgewickelt, denn das ist zielführend. Und so macht Arbeiten richtig Spaß.

Der Schlüssel um mehr Zeit zu haben ist einfach: Weniger arbeiten. Um dies zu erreichen, empfiehlt Ferriss als Vorarbeit zwei Listen anzulegen:

  • eine kurze to-do-Liste
  • eine Liste von Dingen, die man künftig nicht mehr tun wird

Als Hilfestellung gibt Ferriss einige Anregungen mit auf den Weg:

  1. Wenn Du einen Herzinfarkt gehabt hättest und Du dürftest nur noch zwei Stunden am Tag arbeiten, was würdest Du dann tun?
  2. Nach dem zweiten Herzinfarkt darfst Du nur noch zwei Stunden pro Woche arbeiten, was würdest Du tun?
  3. Welches sind die drei wichtigsten Aktivitäten, die mir das Gefühl geben, dass ich produktiv bin?
  4. Frage Dich: Wenn dies die einzige Sache ist, die ich heute erledige, werde ich mit dem Tag zufrieden sein?
  5. Mache Dir einen Hinweis an den PC oder in Outlook, dass Du Dich mehrmals am Tag fragst, ob Du Dinge deshalb tust, um dem wirklich Wichtigen aus dem Weg zu gehen?
  6. Mache kein Multitasking, sondern erledige eine Sache nach der anderen.
  7. Nutze die 80/20-Regel um mehr Wichtiges in weniger Zeit zu schaffen. Dies ist auf die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit anzuwenden.
  8. Antworte auf eine Frage mit einer Lösung (stelle keine Gegenfrage). Z. B. wenn Du gefragt wirst, in welche Kneipe ihr heute Abend geht, dann schlage konkret eine Kneipe vor (nicht fragen, auf welche der andere Lust hätte).

Ich denke, mit diesen Punkten gibt uns Ferriss ein gutes Gerüst, um die Dinge strukturiert zu analysieren und Gewohnheiten zu ändern.

Bei 1. muss man vielleicht stark nachdenken. Würde man das tun, was Spaß macht oder eher das, was Einkommen bringt, auch wenn es vielleicht weniger Spaß macht? Ebenso bei 2.
Die Idee, sich mehrmals am Tag zu fragen, ob man zielorientiert arbeitet finde ich richtig gut. Das kommt an meine Pinwand vor mir.
Multitasking versuche ich zu vermeiden. Ich arbeite lieber eines nach dem anderen ab. Doch wenn Kunden anrufen erledige ich das meist sofort, also werde ich unterbrochen und mache die Dinge doch parallel. Hilfreich ist auch eine Prioritätenliste für die Aktivitäten des Tage.
Zu 8. fällt mir auf, dass häufig, ich denke aus Höflichkeit, die Gegenfrage gestellt wird, um nicht als „bestimmend“ zu wirken. Aber ich denke, das ist eine Frage des Selbstbewusstseins. Der andere wird schon sagen, wenn er anderer Meinung ist.

In den nächsten Tage gehts dann weiter mit “Informationsdiät einführen und Unterbrechungen unterbrechen”.

Was meint Ihr zum Thema Zeitmanagement?

Viele Grüße von Claudia

Glaubens- und Verhaltensmuster ändern

Mittwoch, den 6. Februar 2008

Heute widme ich mich dem ersten der vier Schritte von Tim Ferriss, der Definition.

Kurz noch vorab: Ich denke, dass sich die meisten Arbeitnehmer in Deutschland mittlerweile in dem stressigen Hamsterrad mit Job etc. befinden. Das erlebt man auch im Freundeskreis. Ein Teil davon stellt immerhin schon mal fest, dass er so nicht weitermachen will. Aber nur eine Minderheit denkt ernsthaft darüber nach, was sie tatsächlich aus ihrem Leben machen wollen. Und das könnten dann die „Neuen Reichen“ nach Tim Ferriss sein.

Schritt I: Definition

a) Für Ferriss beginnt jede Veränderung im Kopf. Dem kann ich zustimmen. „Alte“ Gedankenstrukturen und Muster müssen aufgelöst werden um für Neues Platz zu machen. Alte „Binsenweisheiten“ zu hinterfragen hält er für wichtig. Diese oft negativen Sprüche von Eltern, Familie, Lehrern etc. kennen ich und die meisten unter uns sicher nur zu gut.

Doch diese schon mal zu löschen oder in positive Gedanken zu verwandeln ist nicht so einfach, denn wir wurden ja schon Jahre damit geprägt. Je nachdem, in welchem Umfeld man aufgewachsen ist und jetzt lebt, ist es einfacher oder schwerer. Wie also kann man von den negativen Binsenweisheiten loskommen? Positive Gedanken formulieren und an den Badezimmerspiegel hängen?

b) Angst vor Veränderungen habe ich nicht, denn ich finde Neues immer spannend. Aber ich denke bei vielen Menschen, auch in meinem engen Freundeskreis behalten Personen trotz hoher Frustration ihren bisherigen Lebensstil bei. Vor allem bleiben sie oft in ihrem ungeliebten Job.

Eine Freundin von mir, die als gut bezahlte Sekretärin in einem großen Unternehmen arbeitet, ist völlig ausgelaugt, aber kann sich nicht vorstellen, zu kündigen, obwohl ihr Mann sehr gut verdient. Das sichere Einkommen, die finanzielle Eigenständigkeit bewahren, das ist ihr wichtig. Aber um welchen Preis?

Vielen Menschen fehlt einfach der Mut und vielleicht auch Verständnis und Unterstützung bei so einem Schritt. Wer statt Jobwechsel an die Selbstständigkeit denkt, ist es auch eine Frage des „Persönlichkeitstyps“, ob man sich das vorstellen kann und zutraut oder nicht.

Ich denke, auch der Begriff „Vernunft“ spielt bei der Veränderungs-Angst eine große Rolle. Aber was ist Vernunft? Ist Vernunft die Absicherung, die Sicht auf den monatlichen Gehaltseingang? Nur nicht aus der Rolle fallen? Sich täglich plagen? Oder heißt Vernunft nicht, auf sich, seine Gesundheit, seine Partnerschaft, soziale Kontakte zu blicken? Und die Dinge so zu gestalten, dass sie der eigenen Philosophie entsprechen? Und was lehren uns die Schule und die alten Binsenweisheiten dazu?
(Meine Eltern konnten damals nicht glauben, dass ich eine “sichere“ Stelle hinschmeiße – aber was ist heute noch sicher?)

c) System Reset: Außerdem ist für eine Veränderung des Lebensstils das Bewusstmachen dessen wichtig, was ich wirklich will. Das Problem der meisten Menschen ist, dass sie nicht wissen, was sie wollen. Auch die Antwort „glücklich sein“ ist Ferriss zu wenig. Er will wissen: „Was begeistert Dich?“, ganz unabhängig davon, was man zunächst damit verdienen kann. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man mit dem Thema, für das man „brennt“ auch Geld verdienen kann. Denn man ist auf dem Gebiet Experte.

Die Menschen im Hamsterrad definieren sich häufig über Materielles, kaufen oder leasen ein tolles Auto, haben zehn Armbanduhren zu Hause liegen, brauchen immer das neueste Handy… . Aber sie sehen nicht in sich hinein. Wer sie sein wollen, was sie tun wollen.

Das kenne ich auch von Bekannten: Was könnten denn die anderen denken? Man braucht dies und jenes als Statussymbol. Kurz gesagt: Definition über Äußerlichkeiten. Und wenn man bedenkt, dass man sich Glück ohnehin nicht kaufen kann, kann das ziemlich teuer werden.

Das greift Tim Ferriss auf und schlägt das „Dreamlining“ vor (Träume mit Termin setzen). Man soll sich also zu den Bereichen Haben, Tun und Sein die vier wichtigsten Träume überlegen und notieren was die Realisierung kostet. Dazu kommen noch die generellen monatlichen Ausgaben (Miete etc.). Damit ergibt sich der monatliche Geldbetrag (Ferriss: Zieleinkommen), der notwendig ist, um das „Traumleben“ mit Begeisterung führen zu können. Und es kostet durchaus weniger als das jetzige Hamsterrad mit den teuren Frustkäufen.

Das kann ich so nur bestätigen. Gerade am Anfang meiner Existenzgründung habe ich erst mal etwas investiert, Erspartes für den Lebensunterhalt hergenommen etc. Da musste ich eben auf neue Kleidung oder große Urlaube verzichten. Aber die Dinge, wie Spaß an der Arbeit, Selbstbestimmung, eigene Ideen umsetzen, die ich an der Selbstständigkeit schätze, waren und sind für mich Grund genug dabei zu bleiben. Die Selbstständigkeit ist für mich eine Art Lebensphilosophie.

So, mit diesen „schlauen“ Anregungen von Ferriss, die so mancher auch schon in anderen Büchern gelesen hat, geht es nun an die Umsetzung. Doch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass alte Glaubenssätze und Verhaltensmuster ganz schön hartnäckig sein können. So einfach vergessen ist da nicht drin.
Wer will, der kann sich für eine solche Veränderung auch einen Coach suchen, der ihn bei der Umsetzung begleitet. Oder vielleicht ein Erfolgsteam oder man gründet mit Leuten, die auch etwas verändern wollen, ein Team. Klare Ziele, Termine und Strukturiertheit sind auf jeden Fall hilfreich bei der Umorientierung.

Viele Grüße,

Claudia

Wie ist es Euch bei der Umsetzung der „Definition“ ergangen?


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