So hilft mir das Pareto-Prinzip und das Parkinsonsche Gesetz
23. Februar 2008, Claudia Windfelder)Der zweite Schritt in Tim Ferris Stufenplan ist die „Eliminierung“. Kurz gesagt geht es darum, nur noch die Dinge zu tun, die zielführend sind. Hinderliche Störfaktoren sollen ausgeschaltet werden.
Um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren rät er: Zeitmanagement abschaffen, Informationsdiät einführen und Unterbrechungen unterbrechen.
Was sich genau dahinter verbirgt und meine persönlichen Erfahrungen dazu werde ich im Folgenden darstellen.
a) Das Ende des Zeitmanagements
Hierbei geht es darum das Zeitmanagement zu überdenken. In der heutigen Zeit wird unter Zeitmanagement häufig verstanden, dass noch mehr Dinge in einem Zeitfenster erledigt werden sollen, egal ob sie zielführend sind oder nicht.
Aber tatsächlich geht es darum, „effektiv“ zu arbeiten, also nur das zu tun, was zur Zielerreichung beiträgt.
Wenn man in einen Buchladen geht, gibt es ganze Bücherreihen über Zeitmanagement, Seminare werden angeboten sowie eine Auswahl an Timern. Aber meist geht es eben darum, wie man die Arbeit noch besser plant, strukturiert… ob sie sinnvoll ist, bleibt auf der Strecke.
Tim Ferriss greift Techniken auf, wie man lernt effektiv zu arbeiten:
- Anwendung des Pareto-Prinzips:
Welche 20 % der Ursache führen zu 80 % des gewünschten Outputs? Ziel ist also mit minimalem Aufwand den maximalen Output (Einkommen) zu erreichen.
Ich denke, man sollte sich immer wieder sein Ziel, seine Vision vor Augen führen und sich fragen, ob das, was man tut dafür auch förderlich ist.
- Nutzen Sie das Parkinsonsche Gesetz:
Ferriss empfiehlt, das Zeitfenster, dass für eine bestimmte Arbeit zur Verfügung steht, enger zu fassen, als vorgegeben ist. Der Effekt ist, dass die Ergebnisse unter einem leichten Druck sogar besser ausfallen.
Die zielgerichtete Arbeit (Pareto-Prinzip) soll man dann laut Ferriss mit dem Parkinsonschen Gesetz verknüpfen. Also die zielführenden Tätigkeiten in ein enges Zeitfenster packen und erledigen.
Zur Überprüfung der Tätigkeiten empfiehlt Tim Ferriss, sich mindestens dreimal täglich diese Fragen zu stellen:
Bin ich produktiv oder nur aktiv?
Denke ich mir Dinge aus, nur um dem Wichtigen aus dem Weg zu gehen?
Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, was auch wissenschaftlich immer wieder belegt wurde. Je länger man arbeitet, desto mehr nimmt der Output ab. Als ich z. B. noch angestellt war, habe ich mir morgens überlegt, wie langsam ich arbeiten muss, um den Tag rumzubringen. Erschreckend oder?
Oder während des Studiums saß ich stundenlang am Schreibtisch, am besten ohne Pause. Irgendwann ging nichts mehr, aber das schlechte Gewissen plagte mich. Ich hätte noch nicht genug gemacht. Das ist einer der alten Glaubenssätze, die wir in unserer Entwicklung immer wieder von den Erwachsenen gehört haben.
Und wie schon oben geschrieben ist es in so manchen Firmen leider immer noch so, dass man als Mitarbeiter nach der Anzahl an Stunden, die man am Arbeitsplatz verbringt, beurteilt wird.
So war es damals. Heute habe ich es als Selbstständige einfacher und auch die alten Denkmuster ersetzt. Ich gestalte mir den Tag selbst. Wenn die Arbeit gemacht ist, kann ich mich meinen Freizeitaktivitäten etc. widmen. Ich selbst bestimme, was ich erreichen und wie viele Stunden pro Tag ich dafür arbeiten möchte und auch, wann. Wenn dann noch spontan ein Auftrag kommt, wird er selbstverständlich abgewickelt, denn das ist zielführend. Und so macht Arbeiten richtig Spaß.
Der Schlüssel um mehr Zeit zu haben ist einfach: Weniger arbeiten. Um dies zu erreichen, empfiehlt Ferriss als Vorarbeit zwei Listen anzulegen:
- eine kurze to-do-Liste
- eine Liste von Dingen, die man künftig nicht mehr tun wird
Als Hilfestellung gibt Ferriss einige Anregungen mit auf den Weg:
- Wenn Du einen Herzinfarkt gehabt hättest und Du dürftest nur noch zwei Stunden am Tag arbeiten, was würdest Du dann tun?
- Nach dem zweiten Herzinfarkt darfst Du nur noch zwei Stunden pro Woche arbeiten, was würdest Du tun?
- Welches sind die drei wichtigsten Aktivitäten, die mir das Gefühl geben, dass ich produktiv bin?
- Frage Dich: Wenn dies die einzige Sache ist, die ich heute erledige, werde ich mit dem Tag zufrieden sein?
- Mache Dir einen Hinweis an den PC oder in Outlook, dass Du Dich mehrmals am Tag fragst, ob Du Dinge deshalb tust, um dem wirklich Wichtigen aus dem Weg zu gehen?
- Mache kein Multitasking, sondern erledige eine Sache nach der anderen.
- Nutze die 80/20-Regel um mehr Wichtiges in weniger Zeit zu schaffen. Dies ist auf die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit anzuwenden.
- Antworte auf eine Frage mit einer Lösung (stelle keine Gegenfrage). Z. B. wenn Du gefragt wirst, in welche Kneipe ihr heute Abend geht, dann schlage konkret eine Kneipe vor (nicht fragen, auf welche der andere Lust hätte).
Ich denke, mit diesen Punkten gibt uns Ferriss ein gutes Gerüst, um die Dinge strukturiert zu analysieren und Gewohnheiten zu ändern.
Bei 1. muss man vielleicht stark nachdenken. Würde man das tun, was Spaß macht oder eher das, was Einkommen bringt, auch wenn es vielleicht weniger Spaß macht? Ebenso bei 2.
Die Idee, sich mehrmals am Tag zu fragen, ob man zielorientiert arbeitet finde ich richtig gut. Das kommt an meine Pinwand vor mir.
Multitasking versuche ich zu vermeiden. Ich arbeite lieber eines nach dem anderen ab. Doch wenn Kunden anrufen erledige ich das meist sofort, also werde ich unterbrochen und mache die Dinge doch parallel. Hilfreich ist auch eine Prioritätenliste für die Aktivitäten des Tage.
Zu 8. fällt mir auf, dass häufig, ich denke aus Höflichkeit, die Gegenfrage gestellt wird, um nicht als „bestimmend“ zu wirken. Aber ich denke, das ist eine Frage des Selbstbewusstseins. Der andere wird schon sagen, wenn er anderer Meinung ist.
In den nächsten Tage gehts dann weiter mit “Informationsdiät einführen und Unterbrechungen unterbrechen”.
Was meint Ihr zum Thema Zeitmanagement?
Viele Grüße von Claudia
Am 23. Februar 2008 um 13:57 Uhr
Sehr schöner Artikel, danke schön! Eigentlich ist ja der Begriff “Zeitmanagement” bereits falsch, denn Zeit kann man nicht managen. Richtiger wäre “Resultatmanagement” oder so was, was dann auch zu Deinem Artikel passt. Denn – das sehe ich gleich – der Clou ist ja nicht, noch mehr in die Zeit zu stopfen, sondern zunächst die wichtigsten Dinge mit der grössen Wirkung zu erledigen. Damit haben wir nicht automatisch weniger zu tun, aber es verändert die Blickweise und setzt andere Schwerpunkte.
Am 26. Februar 2008 um 21:02 Uhr
Sehr schöner Artikel!
Die Anregung Nr.8 finde ich am interessantesten. Worauf sich die alles übertragen läßt…
Am 29. Februar 2008 um 14:04 Uhr
Richtig interessant ist ja auch die Frage, wie man das rein rechtlich gut hinbekommt, wenn man sich mit seinem Chef schon einig ist, mehr die Produktivität als die zeit zu messen.
Arbeitsverträge sehen meist eine X-Stunden-Woche vor, auch Telearbeiter müssen das noch irgendwie “nachweisen”. Ich habe Bekannte, die *keine* feste Wochenarbeitszeit mehr im Vertrag stehen haben, aber trotzdem Zeiterfassung betreiben müssen – damit sie nachweisen können, dass sie nicht *zuviele* Stunden arbeiten.
Ziemlich merkwürdig. Mir fällt momentan keine bessere 8sichere) Lösung ein als mit einem freiberuflichen Nebenjob zu starten und sich dann aus dem Angestelltendasein zu verabschieden, sobald der Nebenjob “trägt”. Das wird in dieser zeit aber dann sicher keine 4-Stunden-Arbeitswoche…
Am 1. Februar 2009 um 11:23 Uhr
[...] Pareto-Prinzip beschäftigt. Claudia tut dies auch auf der “4-Stunden-Arbeitswoche”: So hilft mir das Pareto-Prinzip und das Parkinsonsche Gesetz. Ein sehr schöner Artikel und erst noch auf [...]